Warum Tauschen? - EnEv Austauschpflicht.

Ihr Heizungskessel wird regelmäßig gereinigt, die Messwerte auf dem Protokoll des Schornsteinfegers beanstanden die Messwerte nicht, trotzdem schneidet die Heizung auf dem Effizienzlabel schlecht ab. Denn um es im Haus oder Wohnung behaglich warm zu haben, benötigt Ihre alte Zentralheizung verschleiß- und konstruktionsbedingt mehr Brennstoff als ein effizientes Neugerät.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) in der Fassung von 2014 eine Austauschpflicht geschaffen: Seit dem 01.05.2014 müssen Öl- und Gasheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden. Die Pflicht betrifft sog. Konstanttemperaturkessel bzw. Standardheizkessel, ausgenommen sind Brennwert- oder Niedertemperaturkessel mit hohem Wirkungsgrad. Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die ihr Haus selbst nutzen und dieses bereits vor dem 1. Februar 2002 bewohnt haben, sind von der Regelung ausgenommen (§10 EnEV).

Welche Heizungsanlage soll ich stattdessen verwenden? - Lassen Sie sich zuerst beraten.

Damit das Heizsystem zu ihren Anforderungen und denen des Gebäudes passt, fragen Sie vorab einen unabhängigen Energieberater der Verbraucherzentrale. Der Berater beachtet den Dämmstandard des Hauses und untersucht, ob Warmwasser für Küche u. Bad über die Zentralheizung erwärmt wird, ob ein Anschluss an ein Fernwärmenetz möglich ist, ob Lagerplatz z.B. für Holzpellets zur Verfügung steht und ob Dachflächen für solarthermische Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung genutzt werden können. Er bewertet, wie hoch die Heizungswassertemperatur sein muss und ob ein Einsatz von Wärmepumpen möglich ist (z. B. bei Fußbodenheizung).

Das Beratungsgespräch stellt sicher, dass die Heizungskomponenten genau auf den Wärme- u. Warmwasserbedarf der Bewohner und des Hauses abgestimmt sind. Zur Auswahl stehen folgende Heizungssysteme:

  • Brennwertgeräte für Erdgas, Flüssiggas oder Heizöl
  • Elektro-Wärmepumpen für die Nutzung der Wärme aus dem Erdreich oder Grundwasser, bedingt auch aus der Außenluft
  • Holzvergaserkessel für Scheitholz
  • Holzpellet-Kessel, automatisch beschickt
  • Heizkessel (aufgestellt im beheizten Wohnraum) für Scheitholz oder Pellets, mit oder ohne Anbindung an das Wärmeverteilsystem
  • Solaranlagen zur Heizungsunterstützung und/oder Warmwasserbereitung Blockheizkraftwerke für Pflanzenöl, Biogas,Heizöl oder Erdgas
  • Nah- und Fernwärme

Elektro-Nachtspeicherheizungen und andere Stromdirektheizungen dagegen arbeiten ineffizient und teuer. Diese sollten so schnell wie möglich ersetzt werden.

Was denn noch alles? - Modernisierung des gesamten Heizungssystems.

Neben dem Heizkessel können auch die anderen Komponenten des vorhandenen Heizungssystems
optimiert werden. Diese Maßnahmen können in der Summe bis zu 20 Prozent Energie einsparen: 

  • Hydraulischer Abgleich, damit alle Heizköper gleichmäßig durchströmt werden
  • Tausch der alten Umwälzpumpe durch eine Hocheffizienzpumpe
  • Wärmedämmung der Rohre und Armaturen im nicht beheizten Teil des Gebäudes
  • Raumweise Zeitsteuerung durch Einsatz programmierbarer Thermostatventile