Teilnehmer IkoNE

Teilnehmer des „Interkommunalen Netzwerk Energie“ (IkoNE) mit Umweltministerin Ulrike Höfken (Bildmitte), Bild: Stadtverwaltung Idar-Oberstein

Ministerin Höfken informiert sich über IkoNE

Die Kommunen des Nationalparks Hunsrück-Hochwald haben sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, ein Energie- und Klimaschutzmanagement aufzubauen und dauerhaft zu verankern. Dazu haben sie sich zum Öffnet internen Link im aktuellen Fenster„Interkommunalen Netzwerk Energie“ (IkoNE) zusammengeschlossen. Beim Netzwerktreffen in der Stadtverwaltung Idar-Oberstein am Donnerstag war auch Umweltministerin Ulrike Höfken zu Gast.

Sie informierte sich vor Ort über den Fortschritt der Klimaschutzbemühungen der Kommunen. „Klimaschutz geht uns alle an. Kommunen spielen hier eine besondere Rolle, denn sie wissen, was vor Ort passiert, was möglich ist und mit wem zusammengearbeitet werden kann. Das Interkommunale Netzwerk Energie ist hier definitiv ein Vorbild: Es wurde eine flächendeckende Gebietskulisse aufgebaut, die auch über die Landesgrenze funktioniert. Ein Großteil der Kommunen verfügt zudem über ein eigenes Klimaschutzkonzept. Die Zusammenarbeit bezüglich des kommunalen Energiemanagements ist zukunftsorientiert und konstruktiv – gerade auch für die Vorbildfunktion der Nationalparkregion“, so Höfken. „Hier wurden die richtigen Voraussetzungen geschaffen und gute Ideen umgesetzt. Ich wünsche mir, dass dieses positive Zeichen IKoNE an Strahlkraft gewinnt und über die Region hinaus wahrgenommen wird.“

Netzwerk bringt Kommunen mehrfachen Nutzen

Das Netzwerk startete 2015 mit den Kommunen des Landkreises Birkenfeld. 2016 wurde IkoNE um die Verbandsgemeinden Thalfang und Hermeskeil und den Landkreis St. Wendel erweitert. Damit sind inzwischen alle Kommunen der Nationalparkregion im Netzwerk vertreten. Gemeinsam wollen die Kommunen die Energiewende und den Klimaschutz voranbringen und die Lebensqualität in der Region verbessern. Dazu treffen sich Vertreter der Kommunen drei- bis viermal im Jahr. Immer wieder tauschen sie in Workshops Erfahrungen untereinander aus und erhalten fachliche Unterstützung von der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Die Kommunen haben von der Beteiligung im Netzwerk einen mehrfachen Nutzen: Sie profitieren von den bisher gesammelten Erfahrungen anderer Kommunen, sparen dauerhaft Energie sowie Geld ein und senken die CO₂-Emissionen.

Gemeinsame Durchführung der Kampagne „Mein Haus macht mit!“

2017 starteten der Landkreis und die Verbandsgemeinde Birkenfeld sowie die Stadt Idar-Oberstein die Kampagne „Mein Haus macht mit!“. Dabei erhalten die Bürgerinnen und Bürger über zwei Jahre hinweg Informationen zu Energie- und Kosteneinsparmöglichkeiten. Im Landkreis Birkenfeld tauschten 111 Haushalte im Rahmen einer Heizungspumpentausch-Aktion ihre alte Heizungspumpe gegen eine moderne Umwälzpumpe bzw. eine sogenannte Hocheffizienzpumpe. Das Bundesamt für Wirtschaftsförderung und Ausfuhrkontrolle (BAfA) fördert derzeit den Austausch von Heizungspumpen mit 30 Prozent der entstehenden Netto-Rechnungs-Kosten. Dort gingen im Aktionszeitraum wesentlich mehr Förderanträge ein als in vergleichbaren Zeiträumen. Insgesamt erhielten die Bürgerinnen und Bürger während der Aktion 25.000 € Fördermittel und sparen künftig weiterhin Energiekosten ein, da moderne Hocheffizienzpumpen bis zu zehn Mal weniger Strom als alte Heizungspumpen benötigen. Aufgrund des Erfolges der Heizungspumpentausch-Aktion beteiligte sich die Verbandsgemeinde Thalfang an den darauf folgenden Aktionen zum hydraulischen Abgleich und der Dämmung der obersten Geschossdecke. Eine weitere gemeinsame Aktion zum Heizungskesseltausch soll folgen.

Veröffentlichung „Masterplan Regionalentwicklung“ für die Nationalparkregion

„Wie  soll  die  Nationalparkregion  Hunsrück-Hochwald  zukünftig  aussehen?“- diese Frage beschäftigte die beteiligten Kommunen. Um Antworten zu finden, diskutierten Expertengruppen sowohl fachlich als auch visionär zu vielfältigen Themenstellungen. Dieser Prozess wurde durch offene Workshops, Konferenzen und Werkstattangebote ergänzt. Bürger, Verantwortliche und Interessierte aus Politik,  Unternehmen,  Verbänden  und  Vereinen brachten sich dabei aktiv ein. Im Januar 2018 wurde der Öffentlichkeit der „Masterplan Regionalentwicklung“ vorgestellt. Nun sollen möglichst viele Projekte und Maßnahmen, die im Masterplan enthalten sind, auf den Weg gebracht und umgesetzt werden. So sollen unter anderem der Anteil Erneuerbarer Energien in der Region erhöht und die CO₂-Emissionen gesenkt werden.

Einheitliche Datenerfassung in den kommunalen Liegenschaften

Seit September 2017 wird an den Voraussetzungen für eine einheitliche Datenerfassung der Energieverbräuche in kommunalen Gebäuden der Nationalparkregion gearbeitet. Aktuell wird im Rahmen einer Bachelorarbeit am Umweltcampus Birkenfeld die Zählerstruktur in den öffentlichen Liegenschaften untersucht, damit die Kommunen auf eine digitale Verbrauchserfassung umrüsten können und es zukünftig einen Energiebericht für die Nationalparkregion geben kann.